Archiv für August 2015

Vom Fake zur kollaborativen Imagination

Wissenspraktiken mit Ursula Bogner

Vortrag von Stefanie Kiwi Menrath
13.August | 19 Uhr | Spinnerei Altchemnitzer Str. 27 Chemnitz

Durch Anonymitätspraktiken hat die elektronische Tanz- und Popmusik seit den späten 1980er Jahren eine ästhetisch und sozial produktive Kritik in der Popmusik betrieben. Während frühere Praktiken der radikalen Anonymität sich auf direkte soundpolitische Aktionen konzentrierten, verstricken sich die jüngeren Projekte der elektronischen Popmusik wieder gezielt in Repräsentationspraktiken der popmusikalischen Medieninstitutionen und kritischen Performances von Pop-Persönlichkeit. Am Beispiel des Projekts Ursula Bogner, einer Musikerin und Künstlerin der 1960-1980er Jahre, die 2008 als „vergessene Pionierin der elektronischen Musik“ wiederentdeckt wurde, diskutiert dieser Vortrag zwei Verfahren, das Fake und die Kollaborative Imagination, als musikalisch-künstlerische Wissenspraktiken. Zur Debatte stehen soll, inwiefern diese Verfahren etablierte Repräsentationsformen und legitimierte Formen der Wissensproduktion herausfordern oder sogar transformieren können.

Stefanie Kiwi Menrath publiziert und lehrt zu Medienkunst, Popmusik, Gender und transkultureller Vermittlung. Sie beschäftigt sich seit Ihrer Feldforschung über HipHop in Deutschland (»Performativität von Identitäten im HipHop«, Argument-Verlag 2001) immer wieder mit Pop, Musik und Repräsentation. Der Vortrag in der Spinnerei wird auf ihrer Promotionsarbeit über »anonymity as performance in (electronic) pop music« am Goldsmiths in London und am Institut für Musik in Oldenburg fußen.