Natürlich gesellschaftlich?! Eine Diskussion über Natur, Arbeit und Geschlecht

Freitag, 11.04.2014, ab 19:00 im AJZ/M54

Vortrag und Diskussion mit meine frauengruppe (Leipzig):

Auf der Ver­an­stal­tung soll ge­fragt wer­den, warum ein ma­te­ria­lis­ti­scher Fe­mi­nis­mus auf Be­stim­mun­gen von Natur und Na­tur­be­ar­bei­tung zu­rück­grei­fen muss, statt – wie im De­kon­struk­ti­vis­mus üb­lich – die ter­mi­no­lo­gi­sche Tren­nung zwi­schen bio­lo­gi­schem und so­zia­lem/ge­sell­schaft­li­chem Ge­schlecht auf­zu­he­ben und alles Ge­schlecht­li­che unter einen Be­griff von „gen­der“ zu fas­sen, der nicht mehr zwi­schen ge­sell­schaft­lich kon­sti­tu­ier­tem Ge­schlechts­cha­rak­ter und na­tür­li­chen Vor­aus­set­zun­gen von Ge­schlecht un­ter­schei­det. Dem­nach wol­len wir uns dem Ver­hält­nis wid­men, in dem Ar­beit, Natur und Ge­schlech­ter­ver­hält­nis je­weils zu­ein­an­der ste­hen. Der Zu­sam­men­hang, um den es uns dabei geht, ist grob skiz­ziert fol­gen­der: Das bür­ger­li­che Sub­jekt, wie Marx und Freud es be­schrei­ben, ist de­fi­niert durch Ar­beit und Trieb­ver­zicht, also durch Be­herr­schung der Natur, der es ent­stammt und in­fol­ge sei­ner Kör­per­lich­keit ver­haf­tet bleibt. Die Über­hö­hung des na­tur­be­ar­bei­ten­den und -​be­herr­schen­den mensch­li­chen Geis­tes er­for­dert, das Na­tür­lich-​Kör­per­li­che auf die Frau ab­zu­spal­ten, deren Sub­jekt­sta­tus damit ste­tig zwei­fel­haft bleibt. Fra­gen, die wir dis­ku­tie­ren wol­len, sind: Was ist das Na­tür­li­che am Ge­schlechts­kör­per; was lässt sich dar­über aus­sa­gen? In­wie­fern hat der Ka­pi­ta­lis­mus bzw. hat die post­mo­der­ne Sub­jek­ti­vi­tät das Po­ten­zi­al, die In­di­vi­du­en vom herr­schaft­lich ver­fass­ten (Zwei-) Ge­schlech­ter­ver­hält­nis zu eman­zi­pie­ren?

Die Referentinnen von meine frauengruppe veröffentlichen u.a. im CEE IEH sowie in der Outside the Box. Die Outside the Box ist im M54 zu erwerben. In Vorbereitung auf die VA empfiehlt sich der Artikel „Natürlich gesellschaftlich?“.