Archiv für Februar 2014

Natürlich gesellschaftlich?! Eine Diskussion über Natur, Arbeit und Geschlecht

Freitag, 11.04.2014, ab 19:00 im AJZ/M54

Vortrag und Diskussion mit meine frauengruppe (Leipzig):

Auf der Ver­an­stal­tung soll ge­fragt wer­den, warum ein ma­te­ria­lis­ti­scher Fe­mi­nis­mus auf Be­stim­mun­gen von Natur und Na­tur­be­ar­bei­tung zu­rück­grei­fen muss, statt – wie im De­kon­struk­ti­vis­mus üb­lich – die ter­mi­no­lo­gi­sche Tren­nung zwi­schen bio­lo­gi­schem und so­zia­lem/ge­sell­schaft­li­chem Ge­schlecht auf­zu­he­ben und alles Ge­schlecht­li­che unter einen Be­griff von „gen­der“ zu fas­sen, der nicht mehr zwi­schen ge­sell­schaft­lich kon­sti­tu­ier­tem Ge­schlechts­cha­rak­ter und na­tür­li­chen Vor­aus­set­zun­gen von Ge­schlecht un­ter­schei­det. Dem­nach wol­len wir uns dem Ver­hält­nis wid­men, in dem Ar­beit, Natur und Ge­schlech­ter­ver­hält­nis je­weils zu­ein­an­der ste­hen. Der Zu­sam­men­hang, um den es uns dabei geht, ist grob skiz­ziert fol­gen­der: Das bür­ger­li­che Sub­jekt, wie Marx und Freud es be­schrei­ben, ist de­fi­niert durch Ar­beit und Trieb­ver­zicht, also durch Be­herr­schung der Natur, der es ent­stammt und in­fol­ge sei­ner Kör­per­lich­keit ver­haf­tet bleibt. Die Über­hö­hung des na­tur­be­ar­bei­ten­den und -​be­herr­schen­den mensch­li­chen Geis­tes er­for­dert, das Na­tür­lich-​Kör­per­li­che auf die Frau ab­zu­spal­ten, deren Sub­jekt­sta­tus damit ste­tig zwei­fel­haft bleibt. Fra­gen, die wir dis­ku­tie­ren wol­len, sind: Was ist das Na­tür­li­che am Ge­schlechts­kör­per; was lässt sich dar­über aus­sa­gen? In­wie­fern hat der Ka­pi­ta­lis­mus bzw. hat die post­mo­der­ne Sub­jek­ti­vi­tät das Po­ten­zi­al, die In­di­vi­du­en vom herr­schaft­lich ver­fass­ten (Zwei-) Ge­schlech­ter­ver­hält­nis zu eman­zi­pie­ren?

Die Referentinnen von meine frauengruppe veröffentlichen u.a. im CEE IEH sowie in der Outside the Box. Die Outside the Box ist im M54 zu erwerben. In Vorbereitung auf die VA empfiehlt sich der Artikel „Natürlich gesellschaftlich?“.

Das Patriarchat ist tot, es lebe das Patriarchat?! – Ein Plädoyer für die Anliegen des klassischen Feminismus

Freitag, 14. März 2014, 19:00 im AJZ/M54

Vortrag und Diskussion mit meine frauengruppe (Leipzig):

Dass die Rede vom Pa­tri­ar­chat ge­gen­stands­los ge­wor­den sei, ist eine gän­gi­ge Dia­gno­se von ge­sell­schafts­kri­ti­scher und auch gen­der­be­weg­ter Seite, die an­ge­sichts der mitt­ler­wei­le um­fas­sen­den Gleich­stel­lung der Frau in der west­li­chen He­mi­sphä­re auf der Hand zu lie­gen scheint: Frau­en seien be­rufs­tä­tig, selbst­be­stimmt und oben­drein Kanz­le­rin, eine Viel­falt von Le­bens­ent­wür­fen stün­den ihnen zur Ver­fü­gung und vorm Ka­pi­tal seien so­wie­so alle gleich.
Doch nach wie vor ist Ge­schlecht ein nicht weg­zu­den­ken­des Struk­tur­prin­zip der Ge­sell­schaft: Men­schen wer­den wie eh und je in Män­ner und Frau­en un­ter­teilt und zu sol­chen so­zia­li­siert. Das Pa­tri­ar­chat als Ana­ly­se­ka­te­go­rie vor allem der Zwei­ten Frau­en­be­we­gung be­zeich­net die Herr­schaft von Män­nern bzw. – unter den Vor­zei­chen einer abs­trak­ten Ver­ge­sell­schaf­tung – eines männ­li­chen Prin­zips, wie sie in­ners­ter Be­stand­teil nicht nur der abend­län­di­schen Kul­tur ist. Soll­te das Ge­schlech­ter­ver­hält­nis nun plötz­lich nicht mehr herr­schaft­lich ver­fasst sein? För­dert die Leug­nung eines pa­tri­ar­cha­len Ge­fäl­les in der Ge­sell­schaft nicht letzt­lich das un­ge­bro­che­ne Fort­wir­ken der pa­tri­ar­cha­len Ideo­lo­gie – wirft es nicht vor allem Frau­en mit ihrer Viel­zahl an ge­schlech­ter­spe­zi­fi­schen Pro­ble­men, die sie ihrer So­zia­li­sa­ti­on ver­dan­ken, in die Ver­ein­zelung zu­rück, wenn wir auf­hö­ren, die Be­son­der­hei­ten weib­li­cher Sub­jekt­bil­dung zu ana­ly­sie­ren und zu kri­ti­sie­ren?

Die Referentinnen von meine frauengruppe veröffentlichen u.a. im CEE IEH sowie in der Outside the Box. Die Outside the Box ist im M54 zu erwerben!