Archiv für Dezember 2011

Veranstaltungen: Überflüssig, prekär und trotzdem da

Einladung zur Auseinandersetzung mit Erwerbslosigkeit und prekären Lebenslagen in Chemnitz

Die geplanten Veranstaltungen im Überblick:

Ursachen von Arbeitslosigkeit.
Eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung (nicht nur für Erwerbslose)
Dienstag 10.01.12 19.00 Uhr
Lesecafé Nachschlag

Workshop: Emanzipativer Umgang mit Erwerbslosigkeit und Jobcenter
Mit Frank Jäger (Referent für Sozialrecht und Sozialpolitik, Erwerbslosen- und Sozialhilfeverein Tacheles e.V./Wuppertal)
Samstag 21.01. 10-17 Uhr & Sonntag 22.01.12 10-14 Uhr
AJZ Chemnitz/M54
Wir bitten recht freundlich um eine Voranmeldung für die Teilnahme an diesem Workshop. Per E-Mail an: bildungskollektiv@gmx.de

Die verwaltete Arbeitslosigkeit

Von relativ kurzen geschichtlichen und regionalen Ausnahmen abgesehen, existierte in kapitalistischen Gesellschaften immer Arbeitslosigkeit und – eng damit zusammenhängend – Armut. Besonders schlimm werden die Zustände in den periodisch auftretenden kleinen und großen Wirtschaftskrisen. Für die Betroffenen sieht die Lage dann in der Regel so aus: In erster Linie fehlt ein Einkommen und damit Zugriff auf die meisten lebensnotwendigen Dinge. Entweder man schafft es, diese Dinge für sich und eventuell auch für seine Familie ohne Geld zu beschaffen, oder man ist gezwungen, sich um jeden Preis um bezahlte Arbeit zu bemühen. (mehr…)

Moishe Postone: »Antisemitismus und Nationalsozialismus«. Ein Lesekreis.

10. und 17.12.2011 | 11:00 | TU Chemnitz, Weinhold-Bau, Raum W044

»Wir sind mehr wert«, »Hu – Hu – Humankapital«, »Wir sind 99%«, »Occupy Wall Street«, »Weist die Banken in die Schranken«. So sehen griffige Slogans zeitgenössischer Mobilisierungsversuche zur Anklage sozialer Missstände aus. Die Formen des studentischen Protests gegen Kürzungen im Bildungssektor, als auch die Kritik an Banken und Finanzpolitik lassen zwei Elemente populären sozialen Protests erkennen: die Identifikation mit der Leistungs- und Arbeitslogik als »Fleiß« und »Vernunft« und die Verteufelung der allgemeinen und grundlegenden gesellschaftlichen Prinzipien als »Gier« und »Irrationalität«.

Diese typische Doppelerscheinung sozialen Protests, der nicht zu den Grundlagen des Problems vorstößt, und ihre mörderischen Folgen analysierte der damals in Frankfurt am Main und heute in Chicago lebende Historiker Moishe Postone in seinem Essay »Antisemitismus und Nationalsozialismus« (1979). In einem Rundumschlag setzt sich Postone darin mit Grundzügen antisemitischer Ideologie, mit völkischem Antikapitalismus, mit der Verdrängung der NS-Verbrechen in Deutschland nach 1945 und den Fehlern und Verstrickungen der deutschen außerparlamentarischen Linken in Antisemitismus und Israelhass auseinander, um als argumentative Pointe Marx’ Analyse und Kritik der kapitalistischen Verhältnisse mit der Analyse des Antisemitismus zu koppeln. (mehr…)