Archiv für November 2010

Veranstaltung Rausch ohne Ende: Die Wandelbarkeit der HalluziNation entfällt!

Leider muss der Vortrag „Rausch ohne Ende: Die Wandelbarkeit der HalluziNation“ mit Ernst Lohoff am Mittwoch entfallen. Sie wird bei der nächsten Gelegenheit nachgeholt und auf dem Bildungskollektiv Blog bekannt gegeben.

Männer-WG Grand Hotel Abgrund? Über das Geschlechterverhältnis in der kritischen Theorie

Vortrag und Diskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe „is‘ schon schlimm“
Dienstag, 07.12.2010 19:00 AJZ Chemnitz mit Micha Böhme

Welche Erkenntnisse klammern bisherige geschlechterkritische Lektüren der Dialektik der Aufklärung aus:
1. weil sie nicht mit Walter Benjamins Begriff der Urgeschichte, der Kontinuität von Herrschaft, arbeiten,
2. das Naturverständnis Horkheimers und Adornos ausblenden, oder
3. das Kapitel “Elemente des Antisemitismus” nicht im Kontext der Argumentation des Buches betrachten?

Die geschichtliche „Konstellation“ (Benjamin) vor deren Hintergrund Horkheimer und Adorno die Dialektik der Aufklärung (DdA) schreiben, ist die der sich selbstzerstörenden Aufklärung im Nationalsozialismus. Mit dem letzten in sich geschlossenen Kapitel des Buches, den „Elementen des Antisemitismus“ beenden die Autoren ihren Gang durch den Zivilisationsprozeß vorläufig. Die Argumentation verläuft über das Herauslösen der Menschheit aus Mythos und Magie mittels Aufklärung, die der Tendenz nach in den Mythos zurückschlägt. Erst der völkische und eliminatorische Antisemitismus konkretisiert die Selbszerstörungstendenz der Aufklärung. (mehr…)

Shrinking & Global Cities: Wer will hier das Chemnitz-Mitte-Feeling?

Vortrag und Diskussion
Donnerstag 09. Dezember | Kulturkaufhaus DAStietz, Veranstaltungsaal | 19:30 Uhr

Sind Akteure wie die des Experimentellen Karrees nur Helfershelfer von Stadtverwaltung und Wohnungsunternehmen beim Flicken der Krisenlöcher? Findet man sich schließlich in einer Stadt wieder, die man so doch gar nicht wollte? Oder bietet die aktuelle Wirtschaftsschwäche engagierten Raumpionieren reale, bisher ungeahnte Möglichkeiten bei der Inbesitznahme ehemals un- bzw. fehlgenutzter Räume? Worin liegen emanzipative Formen der Stadtteilarbeit in Shrinking ebenso wie in Global Cities? Um sich bietende Chancen auf Freiräume zu erkennen und zu nutzen, muss man die aktuellen Veränderungen verstehen. Dafür wollen wir an diesem Abend einen Beitrag leisten. Es diskutieren: Andrej Holm (Universität Oldenburg, http://gentrificationblog.wordpress.com), „Wir bleiben alle!“-Aktivist_innen (Berlin) und ehemalige Akteure des „Experimentellen Karrees“ (Reitbahnviertel/Chemnitz). (mehr…)

VA-Hinweis: Über Extremismus-Legenden und Faschismus-Theorien

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Wolfgang Wippermann, FU Berlin
Dienstag, 30.11.2010 19:00, TU Chemnitz B201

Faschismus gibt es. Hier und heute. Bei uns und bei unseren Nachbarn. Faschismus gibt es auch deshalb, weil es „Extremismus“ nicht gibt. Lenken die vom Verfassungsschutz und seinen offiziellen und inoffiziellen Mitarbeitern verbreiteten Extremismus-Legenden doch von den wahren Gefahren ab. Das ist der Faschismus. Er kann und muss mit antifaschistischen Theorien erklärt und mit einer antifaschistischen Praxis bekämpft werden. Mehr…

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Extremismus geht nicht“ der Roten Hochschulgruppe Chemnitz statt.

Ende der Krise oder Krise ohne Ende?

Vortrag und Diskussion mit Dr. Thomas Sablowski
Donnerstag 25. Nov. | Soziokult. Zentrum Querbeet Rosenplatz 4, Chemnitz | 17:45 Uhr

Glaubt man den Gesundbetern der Marktwirtschaft, so ist die Krise, die 2007 im Hypothekenmarkt der USA begann, sich 2008 zu einer globalen Finanzkrise und schließlich zur tiefsten Rezession seit der Großen Depression der 1930er Jahre entwickelte, bereits wieder vorbei. Handelte es sich also nur um eine „kleine“, konjunkturelle Krise oder zeichnet sich möglicherweise das Ende des Neoliberalismus ab? Thomas Sablowski spricht über den Staat als Retter in der Not, über die Folgen und die historische Bedeutung der jüngsten Krise.
Thomas Sablowski ist Gastprofessor am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien.

Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung.

Treffpunkt Totalitarismus – wie weit krümmt sich Hannah Arendt?

Vortrag und Diskussion mit Dr. Werner Abel
Donnerstag, 25.11.2010 19:00 AJZ Chemnitz M54

Nach ihrer Emigration von den Nazis als Jüdin ausgebürgert erhielt Hannah Arendt die amerikanische Staatsbürgerschaft und befasste sich in ihrer anschließenden wissenschaftlichen Laufbahn eingehend mit den Entwicklungen des Antisemitismus und Rassismus vom 18. Jh. bis hin zum Nationalsozialismus. Sie wandte sich gegen „bürgerliche Ideologie“ ebenso wie gegen den Stalinismus, kritisierte repräsentative demokratische Systeme gegenüber von ihr favorisierten Formen direkter Demokratie.
Gleichzeitig verleiht sie dem „Hannah Arendt Institut für Totalitarismusforschung (HAIT)” in Dresden und damit einem Think Tank der Protagonisten der „Extremismusforschung“ ihren Namen. Inwiefern sich Arendts Thesen mit der Extremismusformel und der konservativen Totalitarismusforschung überein bringen lassen und welche Beiträge und Kriterien sie für die Betrachtung totalitärer Systeme aufgebracht hat, wird in der Veranstaltung zu diskutieren sein. (mehr…)

Rausch ohne Ende: Die Wandelbarkeit der HalluziNation

Vortrag und Diskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe „is‘ schon schlimm“
Mittwoch, 01.12.2010 19:00 AJZ Chemnitz mit Ernst Lohoff

Der Siegeszug der modernen Staatlichkeit ging mit dem Siegeszug einer Wahnvorstellung einher. Die Formierung anonymer Marktgesellschaften fiel mit der Entstehung der “imaginären Gemeinschaft der Nation” (Benedict Anderson) zusammen. Dieses gemeingefährliche Realphantasma erweist sich nicht nur insofern als extrem anpassungsfähig und variantenreich als es sich innerhalb von zwei Jahrhunderten von Europa aus über alle Kontinente verbreiten konnte; in neuen Mutationen gedeiht es auch im globalisierten Kapitalismus prächtig. Nationalökonomie und Nationalstaat mögen obsolet sein, das Konstrukt einer nationalen-kulturellen Identität ist es nicht, hierzulande am allerwenigsten. Die Debatte um Thilo Sarrazins Bestseller “Deutschland schafft sich ab” fügt sich in einen größeren Prozess ein. Angesichts massiver auch für die Mittelschichten bedrohlicher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Verwerfung, bildet sich eine neue Variante “imaginäre Gemeinschaftlichkeit” heraus, die mit dem Liberalismus und der Beschwörung individueller Verantwortung kompatibel ist.

Vortrag jetzt hören!

Der Vortrag „Jeder Mensch ist illegal – Zur Kritik des Menschenrechts“ gehalten am 6. Oktober im AJZ Chemnitz/M54 in der Reihe „Is`schon schlimm…“ kann jetzt bei archive.org nachgehört werden.