Still Not Lovin‘ Linke Selbstverständlichkeit

Kritische Anmerkungen zum Demo-Aufruf „Still Not Loving Germany“*

Die Fans der Bundesrepublik Deutschland feiern im Herbst 2009 den zwanzigsten Jahrestag der nationalen Vereinigung und veranstalten zu diesem Zweck zahlreiche öffentliche Feste. Auch in der Wendestadt Leipzig steigt die Party.

Das Leipziger Bündnis Still Not Loving Germany meint, dass dieses Ereignis alles andere als ein Grund zum feiern wäre und mobilisiert bundesweit zur Gegendemonstration. In Deutschland nämlich, so das Argument des Bündnisses gegen die Feierei, ist und war Rassismus an der Tagesordnung. Der Aufruf zur Gegendemo gibt sich dann auch alle Mühe, dieses Argument mit historischen und gegenwärtigen Fakten zum rassistischen Normalbetrieb in Deutschland zu belegen.

a)

In der Tat wäre die Deutschlandparty mal eine gute Gelegenheit, die Fans der Nation darüber aufzuklären, weshalb ihre Parteilichkeit eine für sie unnütze und schädliche Konsequenz darstellt, die aus ihren falschen Vorstellungen über die hiesige Gesellschaft herrührt, und weshalb diese Parteilichkeit regelmäßig zu Übergriffen auf Ausländer und anderen als undeutsch identifizierten Individuen führt.

Der Aufruf allerdings begnügt sich mit der banalen Feststellung, dass in Deutschland der Rassismus tobt – und bleibt damit die Antwort auf die Frage schuldig, wieso man sich eigentlich gegen Nationalismus wendet, wenn man Rassismus beklagt. Die Feststellung, dass es Rassismus gibt, soll schon die ganze Kritik am Nationalismus und seiner Inszenierung sein.

Offenbar meinen die Autoren, dass zwischen einem positiven Bezug auf Deutschland und dem rassistischen Normalbetrieb ein Widerspruch bestünde, der noch dazu den Leuten sofort ins Auge springen müsste, wenn ihn Antifaschisten einmal offen aussprechen.

Das Argument ist doppelt blöd:

Erstens weiß man ja, dass sich Nationalismus und Rassismus keineswegs gegenseitig im Wege stehen. Die Positionierung gegen Rechts und gegen Ausländerprügeln gehört doch schon längst zum Programm des neuen deutschen Nationalismus. Dabei geht das Eintreten für die Nation schon mal als antifaschistischer Akt durch. Für diejenigen unter den Partygästen hingegen, die das Vorgehen gegen Ausländer befürworten oder zuweilen selbst Hand anlegen, besteht erst recht kein Widerspruch zwischen feiern und prügeln/morden/abschieben.

Zweitens wird klar, dass „Rassismus“ als Argument gegen die Deutschlandfeierei glattweg ins Leere läuft, wenn man sich das eben Gesagte bewusst macht. Weder den Rassisten unter den Patrioten, noch den Fürsprechern der toleranten Nation trifft der Einwand tatsächlich. Die einen nicht, weil er ihnen nur moralisch vorhält, wofür sie offenbar einen guten Grund kennen. Die anderen nicht, weil sie Rassismus für einen Auftrag halten, sich für ihr Land stark zu machen.

Der Fehler der Argumentation ist es, den Leuten unbegründet unter die Nase zu reiben, dass Parteinahme für die Nation und Alltagsrassismus nicht gut zusammen passen — und dabei zu ignorieren, dass der Nationalismus diesen Einwand begründet zurückzuweisen versteht. Stellt man sich diesen Begründungen nicht, sondern grenzt sich gegen diese Ideologie lediglich ab, wie es der Aufruf seinem Inhalt nach tut, wird man auch in hundert Jahren noch Demos gegen den nationalen Wahn organisieren können.

b)

Über eine materielle Grundlage, auf der sich rassistische und nationalistische Ideologien entfalten, scheinen die Autoren indes wirklich nichts zu wissen. Wie kommt man sonst zu dem tautologischen Schluss, Rassismus mit der Anwesenheit von rassistischen Einstellungen zu begründen?

„In großen Teilen der Bevölkerung herrschen bis heute rassistische, chauvinistische und antisemitische Einstellungsmuster, die mit einer Idealisierung staatlicher Autorität einher gehen. Infolge dieses Konsens wird zwischen der eigenen Gemeinschaft und »den Anderen«, den so genannten »Ausländern«, klar unterschieden. Diese Kategorisierung bildet die Grundlage für eine von Stigmatisierung bis hin zum gewaltsamen Übergriff reichende Diskriminierungen.“

Für die Kategorisierung von Menschen in In- und Ausländer braucht es nun wirklich keine Rassisten. Indem Staaten – ganz unideologisch – die Menschen in ihrem Herrschaftsgebiet mit Pässen ausstatten und sie so auf ihr Inländerrecht verpflichten, für andere Zeitgenossen hingegen ein gesondertes Recht bereithalten, kommt diese Einteilung in die Welt. Erst diese rechtlich vorgenommene und gewaltsam durchgesetzte Unterteilung, die für die Leute erstmal ein Fakt ist, gestattet es Rassisten, aus einem fremden Rechtssubjekt (nichts anderes ist ein Ausländer) einen Schädling fürs Vaterland zu machen, gegen den vorzugehen ist.

Es ist wieder das gleiche: Sich über den Rassismus der Leute zu empören, ohne sich die Frage zu stellen, woher solche Gedanken eigentlich kommen, ist die Aufregung nicht wert, weil man ja doch bloss zu dem Urteil kommt, womit man seine Untersuchung begonnen hat: „Deutsche sind Rassisten“.

c)

Aber das Bündnis hat auch noch einen anderen Grund. gegen die Veranstaltungen im Oktober auf die Straße zu gehen: Den Deutschen gelänge es nämlich durch die Feierei der Nation und den Geschichten, die dabei erzählt werden, „sich von der Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus weiter zu lösen.“

Es ist ja wirklich so: Nationalisten ertragen es nur schwer, wenn in der Welt schlechte Urteile über ihre Nation herrschen. Sie sind stets darum bemüht, ein Bild ihrer Nation zu entwerfen, dass es ihnen erlaubt, richtig stolz zu sein. Unvoreingenommene Analysen werden dann gern mal ideologischen Konstruktionen geopfert. Dabei sorgen sie sich um die moralische Reinheit von Geschichten, mit denen sie eigentlich nichts am Hut haben und die ihnen glattweg am Arsch vorbeigehen könnten. Was haben sie schon vom Ausgang der Frage, ob nun die Hitler-Clique am Holocaust Schuld war, oder die Sache doch etwas komplexer ist?

Das es ihnen dennoch nicht egal ist, liegt daran, dass sie sich als Parteigänger der deutschen Nation um alles sorgen, was „deutsch“ als Attribut trägt. Wenn man nämlich erst einmal so weit ist, sich in dem Maße mit dem Vaterland zu identifizieren, dass Lob und Tadel der Nation, zu persönlichen Stolz und Scham werden, dann ist man von den Urteilen über Deutschland höchst selbst betroffen.

Obwohl nun die Autoren ganz richtig bemerken, dass die „imaginierte Gemeinschaft auf Erzählungen über ihr Wesen und ihre Geschichte angewiesen ist, die von charakteristischen Amnesien, Umdeutungen und Glorifizierungen geprägt sind“ nehmen sie gar nicht die Grundlagen dieser ideologischen Verrenkungen in die Kritik, sondern meinen mit historischen Richtigstellungen die kollektiven Amnesien, behandeln zu können.

Dabei käme es doch gerade darauf an, den Leuten zu vermitteln, dass ihr gedanklicher Übergang von „deutscher Staatsbürger“ zu „Deutscher“, und damit zu der Identifikation mit der Nation ein falscher, blöder und zuweilen ziemlich schädlicher Schluss ist; d.h. ihnen auszureden, dass sie sich für jeden Scheiß, der im Namen von Deutschland veranstaltet wurde und wird, zu verantworten und zu sorgen haben.

Das Gerede von der Verantwortung der Deutschen für ihre Geschichte, macht diesen nationalistischen Reflex jedoch mit, weil dabei gar nicht mehr unterschieden wird, wer hier eigentlich für was verantwortlich ist, sondern den Leuten mittels der abstrakten Gemeinsamkeit, Bürger des Deutschen Staats zu sein, der ganze Scheiß der Nation vor die Füße geknallt wird. Und zwar in der Weise, dass sie sich als Deutsche angesprochen fühlen sollen.

Das Bündnis muss sich schon die Frage gefallen lassen, was eine Demo eigentlich bewirken soll, die anlässlich der Deutschlandparty zwar zu Gegenaktivitäten mobilisiert, den Nationalisten aber gar nichts entgegenzusetzten weiss.

Tick, Trick und Track vom Bildungskollektiv Chemnitz
(http://bildungskollektiv.blogsport.de)

*Die Demo findet am 10. Oktober 2009 in Leipzig statt. Der Demonstrationsaufruf ist unter http://antide2009.blogsport.de/2009/07/02/still-not-lovin-germany/ nachzulesen.


27 Antworten auf “Still Not Lovin‘ Linke Selbstverständlichkeit”


  1. 1 Inge K. 03. September 2009 um 9:28 Uhr

    Kritik an der „Linken Selbstverständlichkeit“ ist okidoki, aber auch „Tick, Trick und Track“ hängen dieser offensichtlich sehr an. Nur mal zum Abschnitt b) – der ist immerhin halbwegs griffig. Bei der ganzen Diskussion zum deutschen Normalvollzug (inklusive „Wiedervereinigung“ eines Teils des „Volkes“) gibt der Begriff der „Nation“ kaum etwas her. So greift folgende Argumentation beispielsweise überhaupt nicht:

    „Für die Kategorisierung von Menschen in In- und Ausländer braucht es nun wirklich keine Rassisten. Indem Staaten – ganz unideologisch – die Menschen in ihrem Herrschaftsgebiet mit Pässen ausstatten und sie so auf ihr Inländerrecht verpflichten, für andere Zeitgenossen hingegen ein gesondertes Recht bereithalten, kommt diese Einteilung in die Welt. Erst diese rechtlich vorgenommene und gewaltsam durchgesetzte Unterteilung, die für die Leute erstmal ein Fakt ist, gestattet es Rassisten, aus einem fremden Rechtssubjekt (nichts anderes ist ein Ausländer) einen Schädling fürs Vaterland zu machen, gegen den vorzugehen ist.“

    Der Aufruf „still not lovin´ Germany“ hat die deutsche Nation zum Gegenstand. Deutschland stattet nicht die Menschen in seinem „Herrschaftsgebiet mit Pässen“ aus – siehe „Multi-Kulti-Kreuzberg“. Deutschland stattet die angehörigen des deutschen Volkes mit deutschen Pässen aus und zwar unmittelbar nach ihrer Geburt als Kind von deutschen Eltern – und die müssen gegebenenfalls nicht mal im „Herrschaftsgebiet“ leben, wie sich am Schutz der „deutschen Minderheit“ in Polen (und anderen Gegenden Osteuropas) zeigen lässt. 1990 hat sich Polen gegenüber Deutschland dazu verpflichtet die „deutsche Minderheit“ zu hegen und zu pflegen. Im Gegenzug musste Polen dann auch keine Angst mehr haben, dass die Grenzen des Deutschen Reiches von 1937 fortbestehen! Der Witz an der Sache ist nur, dass diese „deutsche Minderheit“ nichtmal wie üblich Blutsdeutsche sind. Das sind Polinnen und Polen, die während der deutschen Besatzung eingedeutscht wurden und eben nicht nach 1945 „nach Hause ins Reich“ geschickt wurden, sondern bleiben konnten weil sie vermeintlich Polinnen und Polen waren. Diese Menschen gelten heute als „deutsche Minderheit“, bekommen jede Menge Kohle aus Berlin überwiesen (zur Pflege der deutschen Sprache, Kultur, Tradition) und bilden obendrein den Stachel im Arsch der polnischen Nation.

    Außenpolitisch macht Deutschland nämlich keine Politik wie all die anderen „Staaten“. Deutschland ist Vorreiter in Sachen völkisch begründetem „Minderheitenschutz“ in ganz Europa. Demnach hat bestenfalls jedes „Volk“ das Anrecht auf einen eigenen Staat. Dieses Ziel hat die deutsche Außenpolitik schlussendlich auch in bestimmten Regionen erreicht, vgl. Anerkennung der „ethnisch homogenen“ Staaten Slowenien, Kroatien oder zuletzt Kosovo durch Deutschland. Ganz Südosteuropa ist voll mit ziemlich undeutschen Vielvölkerstaaten. Der einzige Staat der angesichts dieser „Politik“ fein raus ist, ist Deutschland selbst, denn dieses besitzt als einziges ein „homogenes reinrassiges Volk“. Deutsche Rassisten sollten deshalb vielleicht eher „völkische Beobachter“ heißen. Das „fremde Rechtssubjekt (nichts anderes ist ein Ausländer)“ ist in Deutschland deshalb auch kein „Schädling fürs Vaterland“, sondern vielmehr ein Schädling fürs deutsche Volk.
    Das „deutsche Nationenmodell“ ist wohl ein ganz besonderes – weil völkisch begründet ohne großartigen Bezug auf „die (politische) Nation“ im konventionellen Sinne von wegen Gesellschaftsvertrag usw… Eine Argumentation mit „dem Staat“ kannst du hier also nicht bringen, wenngleich der Rassismus-Ansatz die Sache ebenso nicht wirklich trifft.

  2. 2 immerhin 03. September 2009 um 10:46 Uhr

    Deutschland stattet die angehörigen des deutschen Volkes mit deutschen Pässen aus und zwar unmittelbar nach ihrer Geburt als Kind von deutschen Eltern

    das macht jeder staat. oder wie meinst du, kommen us-amerikaner, franzosen und libanesen an ihre staatsbürgerschaften?

    Der Witz an der Sache ist nur, dass diese „deutsche Minderheit“ nichtmal wie üblich Blutsdeutsche sind. […] Deutschland ist Vorreiter in Sachen völkisch begründetem „Minderheitenschutz“ in ganz Europa.

    das widerspricht sich. zudem: was soll das sein? „blutsdeutsche“? kannste diesen faschobegriff wenigstens in anführunszeichen setzen? sonst gewinnt man noch den eindruck, du seiest der meinung, sowas gäbe es.

    der grund, wieso d das macht ist: „bilden obendrein den Stachel im Arsch der polnischen Nation.“. es ist ein titel fürs dreinreden und eingreifen.

    Der einzige Staat der angesichts dieser „Politik“ fein raus ist, ist Deutschland selbst, denn dieses besitzt als einziges ein „homogenes reinrassiges Volk“.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Cem_%C3%96zdemir
    http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,597943,00.html

    die brd besteht nicht auf „reinrassigkeit“. sobald man eingebürgert ist, hat man als deutscher staatsbürger dieselben rechte & plichten wie „reinrassige“. – und genau daran stören sich z.B. nazis.
    was du behauptest, stimmt also nicht. zumal es den staatlichen antifaschismus ja gibt: der staat geht gegen vertreter einer „reinrassen-politik“ ja vor. warum? weil der NS deutschland beschmutzt(e) und das ansehen der demokratischen BRD beschädigt.

    es gälte die diskrepanz (?) zw. staatlicher regelung & praxis und dem „blutsrassismus“ nicht weniger bürger zu erklären – dem verweigerst du dich, wenn du die falsche behauptung aufstellst, der staat verfolge einen „blutsrassismus“. der staat ist eben kein freund der nazis („volksverhetzung“, antidiskriminierungsgesetze u.s.w.).

    deine ‚verurteilung‘ deutschlands lebt auch von der gegenüberstellung, die auch der staatsantifaschismus pflegt: nazis: barbarisch & böse, ‚zivilisierter‘ nationalismus: gut. wenn per ‚gesellschaftsvertrag‘ leute abgeschoben werden oder zu tode gehetzt, dann ist das – zumindest nicht deutsch! na, immerhin!

  3. 3 Inge K. 03. September 2009 um 13:11 Uhr

    »„Deutschland stattet die angehörigen des deutschen Volkes mit deutschen Pässen aus und zwar unmittelbar nach ihrer Geburt als Kind von deutschen Eltern“ das macht jeder staat. oder wie meinst du, kommen us-amerikaner, franzosen und libanesen an ihre staatsbürgerschaften?«

    Natürlich macht das jeder Staat, aber eben nicht ausschließlich. In Deutschland galt bis mindestens ins Jahr 2000 das „Recht des Blutes“ (Abstammungsprinzip), während in USA, Frankreich, … potentiell jede/r Staatsbürger werden kann/konnte.

    »das widerspricht sich. zudem: was soll das sein? „blutsdeutsche“? kannste diesen faschobegriff wenigstens in anführunszeichen setzen? sonst gewinnt man noch den eindruck, du seiest der meinung, sowas gäbe es. der grund, wieso d das macht ist: „bilden obendrein den Stachel im Arsch der polnischen Nation.“. es ist ein titel fürs dreinreden und eingreifen.«

    Ich der Meinung…blabla – Gänsefüßchen hin oder her. Deutsche sind in der Regel „Blutsdeutsche“, sonst wären sie rechtlich keine Deutschen. Richtig, das („bilden obendrein den Stachel im Arsch der polnischen Nation“) ist der Grund und schon hat der „Widerspruch“ seinen Sinn.

    »die brd besteht nicht auf „reinrassigkeit“. sobald man eingebürgert ist, hat man als deutscher staatsbürger dieselben rechte & plichten wie „reinrassige“. – und genau daran stören sich z.B. nazis. was du behauptest, stimmt also nicht.«

    „Sobald man eingebürgert ist“ wird in Deutschland seeehr lange dauern. Du willst doch nicht behaupten, dass Deutschland ein ziemlich bunter Haufen ist, oder?

    »zumal es den staatlichen antifaschismus ja gibt: der staat geht gegen vertreter einer „reinrassen-politik“ ja vor. warum? weil der NS deutschland beschmutzt(e) und das ansehen der demokratischen BRD beschädigt.«

    Der „staatliche Antifaschismus“ richtet sich gegen jene, welche die „Reinrassen-Politik“ mit Gewalt durchsetzen wollen; wie es auch im NS versucht wurde. Die „demokratische BRD“ setzt diese u.a. mit Hilfe der EU durch (Bsp. Minderheitenschutz) und vertraut dabei u.a. einfach auf die langfristige Überlegenheit der deutschen Wirtschaft. Obendrein leben in Osteuropa angeblich 2 Millionen Deutsche. Darüber hinaus soll jeder der in Deutschland lebenden 15 Millionen Vertriebenen (es werden immer mehr) ein Recht bekommen in „seine Heimat“ zurückzukehren – Stichwort: „Lebensraum im Osten“. Ist im Prinzip völlig krank und weltweit absolut beispiellos diese Politik, aber international immerhin weniger geächtet, stimmt.

    »es gälte die diskrepanz (?) zw. staatlicher regelung & praxis und dem „blutsrassismus“ nicht weniger bürger zu erklären – dem verweigerst du dich, wenn du die falsche behauptung aufstellst, der staat verfolge einen „blutsrassismus“. der staat ist eben kein freund der nazis („volksverhetzung“, antidiskriminierungsgesetze u.s.w.).«

    Siehe oben. Natürlich ticken Nazis nochmal anders. Aber den Straftatbestand der „Volksverhetzung“ gibt es doch gerade weil das „Primat der Völker“ gilt und nicht das „der politischen Nation“, vielmehr das „der deutschen Nation“ welche im Ideal eine „homogene Volksgemeinschaft“ darstellt.

    »deine ‚verurteilung‘ deutschlands lebt auch von der gegenüberstellung, die auch der staatsantifaschismus pflegt: nazis: barbarisch & böse, ‚zivilisierter‘ nationalismus: gut. wenn per ‚gesellschaftsvertrag‘ leute abgeschoben werden oder zu tode gehetzt, dann ist das – zumindest nicht deutsch! na, immerhin!«

    Das „Modell Deutschland“ ist ein Exportschlager, ohne Zweifel. Ich behaupte, dass das Ideal der Nation nicht viel mit Rassismus oder Volkstum gemein hat. In Deutschland sieht die Sache völlig anders aus: Nation, Blut und Boden kommen hier zusammen – mittlerweile leider ein weit verbreitetes Modell.

  4. 4 immerhin 03. September 2009 um 15:53 Uhr

    Deutsche sind in der Regel „Blutsdeutsche“, sonst wären sie rechtlich keine Deutschen.

    wer ist da denn der rassist? die von mir genannten deutschen politiker sind also keine deutschen? – du argumentierst ja wie ein nazi, da ist ja der 08/15-cdu-ler von der schülerunion schon liberaler.

    es gab natürlich auch schon vor 2000 die möglichkeit staatsbürgerschaft zu erwerben, wenn man nachweisen konnte, dass man ne zeitlang hier lebte. und wie gesagt: auch alle anderen staaten vergeben ne staatsbürgerschaft per geburt/abstammung.

    „Sobald man eingebürgert ist“ wird in Deutschland seeehr lange dauern.

    die höchsten einbürgerungshürden in der eu haben österreich (passt noch zu deiner behauptung) und dänemark (passt nicht). in england muss man zB 10 jahre mindestens im land leben. in deutschland 8.
    england oder frankreich zB sind ein „bunter haufen“ wegen deren kolonialer vergangenheit. die menschen dieser ‚herkunft‘ werden in frankreich meist auch entsprechend behandelt (stichwort: antimuslimischer rassismus, der sich gegen marokkaner richtet u.s.w.)

    du hast außer nicht haltbaren behauptungen nichts aufzubieten.

    Die „demokratische BRD“

    ist demokratisch. aber wie schon gesagt: du betreibst ne verharmlosung demokratisch-nationalistischer ausländerpolitik inkl. massenabschiebungen. wenn bei so nem abschiebelager ein ‚gesellschaftsvertrag‘ mit dabei ist, dann ist das schon total toll!

    „Lebensraum im Osten“

    und dir fällt nichts besseres ein, als festzustellen, dass das nicht mal „echte deutsche“ sind! wie lachhaft! na, wer nicht echt deutsch ist, darf auch nicht rein, wa.

    weltweit absolut beispiellos diese Politik

    nö. zB israel. da darf auch jeder kommen, auch wenn er in dem ursprungsland nicht bedroht ist. da haste auch mit der abstammung nen anspruch.
    da gelten auch mehr als die hälfte der weltweit gläubigen als potenzielle staatsbürger israels.

    Aber den Straftatbestand der „Volksverhetzung“ gibt es doch gerade

    nur ne frage: gab es den unter den nazis? nein.

    weil das „Primat der Völker“ gilt

    der grund steht im ausgangsbeitrag.

    Ich behaupte, dass das Ideal der Nation nicht viel mit Rassismus oder Volkstum gemein hat.

    dann erkläre mal rassismus, antisemitismus und einschlägige tote in frankreich und anderen ländern. was ist da passiert? erklär mir mal den rassismus in england oder den usa? wie geht das? oder den rassismus, den israelis gegen arabische israelische staatsbürger auffahren. woher kommt das?

  5. 5 Inge K. 03. September 2009 um 17:02 Uhr

    »wer ist da denn der rassist? die von mir genannten deutschen politiker sind also keine deutschen? – du argumentierst ja wie ein nazi, da ist ja der 08/15-cdu-ler von der schülerunion schon liberaler.«

    Keine Ahnung durch welche Brille du liest, aber offensichtlich überliest du damit hier und da paar Wörtchen.

    »du hast außer nicht haltbaren behauptungen nichts aufzubieten«

    Keine Ahnung welche Bücher du mit deiner Brille liest – ich lob mir jedenfalls meine umfangreichen Wikipedia-Studien.

    »ist demokratisch. aber wie schon gesagt: du betreibst ne verharmlosung demokratisch-nationalistischer ausländerpolitik inkl. massenabschiebungen. wenn bei so nem abschiebelager ein ‚gesellschaftsvertrag‘ mit dabei ist, dann ist das schon total toll!«

    Ich behaupte nur, dass das geschilderte „Modell Deutschland“ barbarischer ist, als irgend ne „demokratisch-nationalistische ausländerpolitik“; was nicht bedeutet, dass das von dir geschilderte nicht schlimm genug ist.

    »„Lebensraum im Osten“ – und dir fällt nichts besseres ein, als festzustellen, dass das nicht mal „echte deutsche“ sind! wie lachhaft! na, wer nicht echt deutsch ist, darf auch nicht rein, wa.«

    Brille putzen! Ne Quatsch, die „echten Deutschen“ dürfen demnächst wieder im Osten siedeln, umgekehrt geht eh nicht, verstehst du? Ich frag mich gerade, weshalb du mich mit Deutschland identifizierst? Vielleicht weil ich erläutere was ich unter Deutschland verstehe? Kleiner Tipp: Am besten öfters mal mit Menschen diskutieren – dann passiert das in Zukunft auch nicht mehr.

    »„weltweit absolut beispiellos diese Politik“ – nö. zB israel. da darf auch jeder kommen, auch wenn er in dem ursprungsland nicht bedroht ist. da haste auch mit der abstammung nen anspruch.
    da gelten auch mehr als die hälfte der weltweit gläubigen als potenzielle staatsbürger israels.«

    Und? Hast du dich schonmal gefragt weshalb? In wie vielen „Ursprungsländern“ sind denn Juden nicht bedroht – vielleicht 1?

    » „Aber den Straftatbestand der „Volksverhetzung“ gibt es doch gerade“ nur ne frage: gab es den unter den nazis? nein.«

    Schonmal was von den „Nürnberger Gesetzen“ gehört? Im Übrigen hab ich den Unterschied zwischen NS und BRD bereits geschildert, also Brille putzen, bitte.

    » „Ich behaupte, dass das Ideal der Nation nicht viel mit Rassismus oder Volkstum gemein hat.“ dann erkläre mal rassismus, antisemitismus und einschlägige tote in frankreich und anderen ländern. was ist da passiert? erklär mir mal den rassismus in england oder den usa? wie geht das? oder den rassismus, den israelis gegen arabische israelische staatsbürger auffahren. woher kommt das?«

    Brille putzen, bitte bitte! Kleiner Tipp: „Ideal“?

  6. 6 Administrator 15. September 2009 um 15:13 Uhr

    Es sei in diesem Zusammenhang auf einen weiteren Text zum Thema Nationalismus und seine falsche Kritik verwiesen:

    Gegen Deutschland helfen keine Gedichte! – Aufruf der Autonomen Antifa [f] und des AK Antifa Köln gegen die Einheitsfeierlichkeiten am 2. Oktober in Saarbrücken.

  7. 7 immerhin 15. September 2009 um 17:24 Uhr

    der text ist schlecht.

    Beide schon seit längerem populären Möglichkeiten – sowohl der Rückzug auf eine „reine“, angeblich radikale Theorie wie auch die (und sei sie noch so „provokativ“ gemeint) Identifikation mit der Macht alternativer Nationalstaaten – bieten die Möglichkeit, sich der realen Ohnmacht und Bedeutungslosigkeit subjektiv zu entziehen. Die Fans der „reinen“ Theorie ersparen sich in ihren endlos um sich selbst kreisenden Debatten auf Blogs, die ohnehin nur von Leuten gelesen werden, die das gleiche Problem haben, die Niederlagen einfach ganz. Wer sich raus hält, kann schließlich auch nichts falsch machen.

    nur kritik ist falsch. + vorwurf der erfolgslosigkeit.

    bewegung ist gut:

    Trotzdem sollte auch die antinationale Linke mit ihrer Kritik an Staat und Nation bei den Feiern im Saarland und in Leipzig präsent sein. Schließlich ist man sich auch sonst nicht dafür zu schade mit allen möglichen Reformisten auf die Straße zu gehen.

    besonders überzeugend das argument: man übt sich schon in bewgungshuberei, dann kann man das auch weiterhin machen.

    der text enthält auch sonst einige fehler. vielleicht einfach mal durchlesen statt gleich begeistert verlinken, weil’s da auch gegen ADs geht. was da in bezug auf kritik ausführt wird, trifft auch nicht-ADs. es ist blöde antiintellektuelle hetze.

  8. 8 immerhin 15. September 2009 um 17:26 Uhr

    und seid ihr wirklich der überzeugung, ein „narzissmus“-vorwurf, wie im text formuliert, sei kritik?

  9. 9 skp 15. September 2009 um 22:34 Uhr

    der text der antifa [f] und des ak antifa köln ist ein gedicht. deswegen hilft der auch gegen nichts.

  10. 10 skp 15. September 2009 um 22:41 Uhr

    das macht jeder staat. oder wie meinst du, kommen us-amerikaner, franzosen und libanesen an ihre staatsbürgerschaften?

    also franzose kann man werden, wenn man im ehemaligen herrschaftsgebiet, also ex-kolonien, geboren ist. da ist die blutsverwandtschaft nicht ausschlaggebend. bei geborenen in ehemaligen deutschen kolonien geht das nicht. da zählt schon eine wie auch immer gestaltete „blutslinie“ – die ist auch nachzuweisen, wenn die als sogenannte aussiedler nach deutschland wollen.

    wie der rassismus gegen staatsbürger aus ehemaligen kolonien, wie er in frankreich oder den niederlanden gang und gäbe ist zu erklären ist, wenn sich doch der rassismus aus dem staat und der sortierung in staatsvolk und andere erklärt hätte ich gerne mal ausgeführt. das kann ich aus dem bis jetzt hier dargestellten nicht nachvollziehen.

  11. 11 bk 16. September 2009 um 8:37 Uhr

    vieleicht ein auto bestellen?
    http://top-berlin.net/?p=136%3Cbr%20/%3E

  12. 12 immerhin 16. September 2009 um 9:00 Uhr

    soll das eine antwort darstellen? auf was denn? auf die bewegungshuberei oder das bedienen der psychoanalyse als kritikersatz? oder ist das die oberkritische antwort auf beides?

    ich möchte nur wissen, weshalb hier auf diesen mangelhaften text verwiesen wird ohne ein kritisches wort anzubringen. das liegt doch wahrscheinlich daran, dass ihr den „tauglich“ findet.

  13. 13 --- 16. September 2009 um 9:37 Uhr

    @SKP:
    versuch es mal mit lesen, statt nur mit meinen:
    http://www.botschaft-frankreich.de/spip.php?article1611
    da muss man sogar vor den fortschrittlichen französischen staatswesen auskunft über seine blutslinie geben.
    (warum scherst du dich überhaupt um die jeweilige ausformulierung der staatsbürgerpolitik? ist es so toll staatsbürger zu sein?)

    und warum sollte die brd irgendwelche leute aus kolonien mit deutschen pässen ausstatten? die brd hatte nie kolonien und hat auch nie anspruch auf die erhoben. deutsche im ausland sind halt ne anderen geschichte.

  14. 14 bk 16. September 2009 um 19:41 Uhr

    warum ein link auf einem blog, den ohnehin niemand liest, gleich „begeistert“ ist, versteh ich nicht. immerhin setzt sich der aufruf mit dem gleichen thema – u.a. der demo am 10.10. – auseinander. verlinkt, weil es auch gegen ads geht, wird hier schon gar nicht.

    mit obigen post wollte ich gar nicht auf deine kritik antworten, da hatte ich den text noch gar nicht gelesen. eher auf eine mögliche verbindung von kritik und bewegung.

    jetzt hab ich gelesen und keine antiintellektuelle hetze gefunden sondern kritik an identitätspolitik. was ich teile, ist dass aa(f) und akak sich es etwas einfach machen, wenn sie die „von den jeweiligen Fahnenschwenkern selbst angeführten politischen Begründung“ in den bereich „subjektiver Sinnstiftung“ verschieben. das kann – wie du schreibst – bedienen der psychoanalyse sein, aber auch wie ich denke, ein nicht ernst nehmen deren (politischen) positionen.

    auch deinen vorwurf des schielens auf erfolg hab ich so nicht gelesen. klar wird hier versucht, bewegung zu machen. es ist ein aufruf. aber versuche der veränderung als anstreben von erfolg zu denunzieren, macht ja auch jede kritik überflüssig.

    (übrigens: das ist ein blog mehrerer, das habe allerdings nur ich gepostet..)

  15. 15 bk 16. September 2009 um 19:46 Uhr

    ach so, das
    „Trotzdem sollte auch die antinationale Linke mit ihrer Kritik an Staat und Nation bei den Feiern im Saarland und in Leipzig präsent sein. Schließlich ist man sich auch sonst nicht dafür zu schade mit allen möglichen Reformisten auf die Straße zu gehen.“
    halte ich für einen gag, was zum duktus des textes passt. oder selbstkritik, immerhin waren und sind die verfasserInnen für einige „bewegungshuberei“ (g8 ff.) in der kritik. am richtigen anliegen die feiereien zum 3.10. anzugehen, ändert das aber nichts.

  16. 16 skp 17. September 2009 um 1:40 Uhr

    versuch es mal mit lesen, statt nur mit meinen

    da steht nichts widersprüchliches zu meinem kommentar du trottel.

    (warum scherst du dich überhaupt um die jeweilige ausformulierung der staatsbürgerpolitik? ist es so toll staatsbürger zu sein?)

    dr. freud machen sie weiter mit der küchenpsychologisiererei. gsp-trottel lesen nicht mal mehr die kritiken ihrer eigenen hauszeitschrift. von der interessierten leseschwäche, von der man überhaupt auf so’ne fantastische analyse kommt ganz zu schweigen.

    erklär doch statt dessen mal den angesprochenen rassismus, ohne geschichtsbezug, von dem ihr ja nichts wissen wollt.

    und warum sollte die brd irgendwelche leute aus kolonien mit deutschen pässen ausstatten? die brd hatte nie kolonien und hat auch nie anspruch auf die erhoben.

    wieso sollte das frankreich tun? es gibt, auch für dich, eine sogenannte rechtsnachfolge, da sind solche nachfragen zur klärung, auch wenn dir das nicht passt, tatsächlich möglich. bring doch mal argumente – vielleicht leuchten die mir ja ein.

    @bk: dass du da keine antiintellektuelle hetze findest, wenn da breitgetreten wird, daß erkenntnisgewinn und wissensaneignung neoliberale züge wären, zeigt deine merkbefreitheit. lies doch einfach nichts mehr und bleib argumentlos – so wie das richtige kommunisten wohl zu sein haben.

    wenn die politische position nicht ernst nehmen, wieso sind die so bemüht sich mit so’nem schwachen text unbedingt erklären zu müssen? die haben doch gar keine kritik an identitärem verhalten sondern finden das irgendwie „nachvollziehbar“.

    und ob du das für einen gag hältst ist bis auf weiteres, also bis zu einem gescheiten argument dafür, dein privatvergnügen, weil das bis jetzt nämlich überhaupt keine empirische grundlage hat, im gegenteil.

  17. 17 bk 17. September 2009 um 8:30 Uhr

    weil etwas nachvollziehbar ist, kann man keine kritik daran haben?

  18. 18 bk 17. September 2009 um 8:41 Uhr

    bzgl. erkenntnisgewinn und wissensaneignung: für jemanden, bei dem identitätspolitik und bloggerei zusammenfallen, ist der unterschied zwischen kritik und antiintellektueller hetze in der tat nicht zu erkennen.

  19. 19 immerhin 17. September 2009 um 10:49 Uhr

    jetzt hab ich gelesen und keine antiintellektuelle hetze gefunden
    und
    auch deinen vorwurf des schielens auf erfolg hab ich so nicht gelesen.
    und
    halte ich für einen gag, was zum duktus des textes passt.

    :

    Beide schon seit längerem populären Möglichkeiten – sowohl der Rückzug auf eine „reine“, angeblich radikale Theorie wie auch die (und sei sie noch so „provokativ“ gemeint) Identifikation mit der Macht alternativer Nationalstaaten – bieten die Möglichkeit, sich der realen Ohnmacht und Bedeutungslosigkeit subjektiv zu entziehen. Die Fans der „reinen“ Theorie ersparen sich in ihren endlos um sich selbst kreisenden Debatten auf Blogs, die ohnehin nur von Leuten gelesen werden, die das gleiche Problem haben, die Niederlagen einfach ganz. Wer sich raus hält, kann schließlich auch nichts falsch machen.

    mit wem hat ums ganze denn letztens nicht auf blogs debattiert? da muss man sich schon sehr freuen drüber, dass der text gegen ADs geht (ja, die machen einige fehler, sieht man zB bei „inge k“ – das ist nicht mein punkt), um nicht zu merken, dass sich das gegen alle richtet, die sich nicht der bewegungshuberei verschreiben. und natürlich geht es um verteidigung der bewegungshuberei: lieber was falsches machen als nur blöd theoretisieren. ich halte das mit dem „mit reformisten auf die straße gehen“ für keinen gag. die wollen damit schon begründen, wieso sie auch bei dieser demo wieder unbedingt dabei sein müssen. dabei sein ist halt schon (fast?) alles.

    das kann – wie du schreibst – bedienen der psychoanalyse sein

    das kann? du meinst wohl das ist:

    narzistische Habitus

    wie geht denn die argumentation? – die („die linke“) hatte keinen erfolg und ist nun narzistisch gekränkt. und nun hockt der eine teil davon in dachkämmerchen und theoretisiert, statt mal, wie die lässigen verfasser des textes, mit reformisten auf die straße zu gehen.

    zuvor hacken sie ein bisschen auf der psychoanalyse der ADs (!) rum – wenn sie den ADs vorwerfen, sich mit „seelen“ etc zu beschäftigen –; was vernünftiges kommt dabei halt nicht raus, was wenig verwunderlich ist, wenn man selbst viel von der psychoanalyse hält („narzissmus“). ADs sind nämlich solche, die es an der seele drückt. na bravo.

    ps: die kommentare zu dem artikel sind auch wieder mal geschlossen. die interessieren sich auch überhaupt nicht für kritik. man würde ja meinen, über kritik freut man sich, weil man da was lernen kann (zumindest oft). aber du weißt schon: die endlos-debatten auf blogs, da erspart man sich nur niederlagen im realen leben.

    ich kann heute leider nicht in berlin sein. ich hoffe mal, es schreibt jemand nen kritischen bericht oder es wird aufgezeichnet …

  20. 20 immerhin 17. September 2009 um 10:56 Uhr

    die brd hatte nie kolonien und hat auch nie anspruch auf die erhoben.

    das ist nicht richtig (sondern bestandteil der deutschen staatsideologie: immerhin hat man nicht wie frankreich und england etc afrika u.s.w. kolonisiert; mittlerweile arbeitet aber sogar die bürgerl. wissenschaft das thema auf!). suchst du bei wikipedia „deutsche kolonien“.

    1. Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia, Südrand des Caprivi-Zipfels an Botswana), 1884–1918, erworben durch Franz Adolf Eduard Lüderitz
    2. Togoland (heute Togo, Ghana-Ostteil), 1884–1919, erworben durch Gustav Nachtigal
    3. Kamerun (heute Kamerun, Nigeria-Ostteil, Tschad-Südwestteil, Zentralafrikanische Republik-Westteil, Republik Kongo-Nordostteil, Gabun-Nordteil), 1884–1919, erworben durch Gustav Nachtigal
    4. Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Ruanda, Burundi, Kionga-Dreieck in Mosambik), 1885–1919, erworben durch Carl Peters
    5. Deutsch-Witu (heute südliches Kenia), 1885–1890, erworben durch die Gebrüder Gustav und Clemens Denhardt aus Zeitz
    6. Deutsch-Neuguinea, 1885–1914, erworben durch Otto Finsch
    1. Kaiser-Wilhelms-Land (heute nördliches Papua-Neuguinea)
    2. Bismarck-Archipel (heute Papua-Neuguinea)
    3. Bougainville-Insel (heute Papua-Neuguinea)
    4. nördliche Salomon-Inseln (heute Salomonen), 1885–1899
    5. Marianen, 1899–1919
    6. Marshallinseln, 1885–1919
    7. Palau, 1899–1919
    8. Karolinen (Mikronesien), 1899–1919
    9. Nauru, 1888–1919
    7. Kiautschou (heute China; für 99 Jahre gepachtet), 1898–1914
    8. Samoa (heute unabhängiger Staat Samoa), 1899–1919

    das ganze gab’s natürlich mit nur inklusive genozid.

  21. 21 immerhin 17. September 2009 um 11:16 Uhr

    die haben doch gar keine kritik an identitärem verhalten sondern finden das irgendwie „nachvollziehbar“.

    an der theorie liegt’s aber nicht:

    Allerdings hat dies wenig mit der von den jeweiligen Fahnenschwenkern selbst angeführten politischen Begründung, sondern mehr mit subjektiver Sinnstiftung zu tun. Das ist nachvollziehbar: [narzissmus BLA]

    so ein quatsch. jemanden ernstnehmen und für seine inhaltlichen fehler zu kritisieren ist was anderes. von den theoretischen fehlern wird hier allerdings großzügig abgesehen und stattdessen psychologisiert.

    dr. freud machen sie weiter mit der küchenpsychologisiererei.

    lol

    Auch an ihm ist der neoliberale Imperativ des „lebenslangen Lernens“ und der „Entwicklung des eigenen Selbst“ nicht spurlos vorübergegangen. Ein richtiges Leben im falschen gibt es im globalen Kapitalismus eben nicht einmal in der Theorie.

    natürlich ist das antiintellektuelle hetze. für TOP gibt’s nicht mal ne richtige theorie im „falschen ganzen“. daher bemüht man sich auch besser nicht drum, denunziert solche, die sich darum bemühen, als narzissten, die im dachboden hocken („Abgeschlossen von allem, kultiviert der arme Poet in der Dachkammer seiner Intellektualität, Empfindsamkeit und Gelehrigkeit, nur sich selbst und der Wahrheit verpflichtet.“ – LOL, was für ein gedicht!) – und geht stattdessen auf ne demo! yeah!

    bzgl. erkenntnisgewinn und wissensaneignung: für jemanden, bei dem identitätspolitik und bloggerei zusammenfallen, ist der unterschied zwischen kritik und antiintellektueller hetze in der tat nicht zu erkennen.

    das ist aber auch nur hetze. kommt sonst noch was? denn dass TOP hier gegen theoriearbeit hetzt, ist offensichtlich. lies den text mal nicht so interessiert, skp liegt in diesem punkt einfach richtig.

  22. 22 immerhin 17. September 2009 um 11:19 Uhr

    sorry, nicht TOP sondern antifa f und was weiß ich – ums ganze bündnispartner halt.

  23. 23 skp 21. September 2009 um 23:14 Uhr

    weil etwas nachvollziehbar ist, kann man keine kritik daran haben?

    wenn man nen fehler erkannt hat, dann vollzieht man das nicht nach, sondern kritisiert das. nachvollziehen hat etwas mit nachempfinden und verstehen zu tun. wenn ich einen fehler erkenne und deshalb eine kritik daran habe, dann habe ich eben kein verständnis dafür.

    für jemanden, bei dem identitätspolitik und bloggerei zusammenfallen, ist der unterschied zwischen kritik und antiintellektueller hetze in der tat nicht zu erkennen.

    schön, nach dieser selbsterkenntnis kannst du ja aufhören zu bloggen. von kritik willst du ja eh nichts wissen.

  24. 24 ändinger 08. Januar 2010 um 2:35 Uhr

    hier gabs auch noch ne ganz interessante kritik am aufruf etc.:

    http://www.conne-island.de/nf/172/19.html

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