Tagesseminar: Michael Heinrich zur Kritik der politischen Ökonomie

Sonntag 6. Juli 2008, AJZ Chemnitz Mediencafe, 13.00 – 19.00 Uhr

Auf dem Tagesseminar sollen vor allem Fragen und Unklarheiten der Seminarreihe Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie besprochen werden. So kann es u.a. um folgendes gehen:

Hat der Klassenbegriff noch Bedeutung als Analysegegenstand, Kampfbegriff o.a. für die heutigen Gesellschaft? Gesellschaftlicher Charakter „warenproduzierender Arbeit“ – Wo „ensteht“ der Mehrwert bzw. kann abstrakte Arbeit konkretisiert werden? Historische oder kategoriale Lesarten des Kapitals.
Besonderheiten der monetären Werttheorie in Abgrenzung zum Beispiel zur „substanzialistischen“ Wertkritik. Evtl. auch um eine Skizze der historischen Herausbildung des Kapitalismus in Europa – Verhältnis von Staat und Kapital.

Das waren die Vorstellungen der Seminargruppe, aber das Tagesseminar ist öffentlich, d.h. für alle InteressentInnen und Fragen offen.

Michael Heinrich ist Redaktionsmitglied von PROKLA (Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft) und Autor von: Wie das Marxsche Kapital lesen? Hinweise zur Lektüre und Kommentar zum Anfang von „Das Kapital“. Stuttgart 2008; Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung, Stuttgart 2004; Die Wissenschaft vom Wert, 3. Aufl., Münster 2003 sowie zahlreicher Aufsätze zur Marxschen Theorie und zur aktuellen Entwicklung des Kapitalismus (weitere Texte siehe: http://www.oekonomiekritik.de).


5 Antworten auf “Tagesseminar: Michael Heinrich zur Kritik der politischen Ökonomie”


  1. 1 Mohr 20. Juni 2008 um 14:37 Uhr

    Eine Kritik an Michael Heinrich ist im GegenStandpunkt 2-08erschienen: Wie man „Das Kapital“ nicht schon wieder neu lesen sollte. Eine PDF-Datei des Artikels gibt es hier.

    „Eigentlich ist ‚Das Kapital‘ ein verständliches Werk. Allerdings machen nicht bloß eindeutige Feinde, sondern auch zweifelhafte Freunde der Marxschen ‚Kritik der politischen Ökonomie‘ dann doch Aufklärung darüber nötig, was eigentlich in diesem Werk steht. Anerkennung findet Marx nämlich wieder oder nach wie vor ausgerechnet nicht als das, was er ankündigt, als Kritiker der kapitalistischen Ökonomie und der Ausbeutung der Lohnarbeiter, sondern als radikaler ‚Entfremdungs‘-Philosoph, der mit der „Wertabstraktion“ und dem „Fetischcharakter“ der gesellschaftlichen Verhältnisse Antworten auf Fragen gegeben haben soll, die gar nicht er, sondern seine Interpreten sich stellen: Wie es um den „gesellschaftlichen Zusammenhalt“ und das „gesellschaftliche Bewusstsein“ der Akteure bestellt ist in einer Welt, wo die, die in ihr agieren, die Verhältnisse gar nicht „durchschauen“ können.

    Michael Heinrich will nach eigener Auskunft mit seine Kapitalkommentar zwar darlegen „wie Ausbeutung und Klassenherrschaft … funktionieren“, kümmert sich dann allerdings vornehmlich um das, worauf das Verb hinweist: das „Funktionieren“. Eine scheinbar kleine Verschiebung, aber ein großer Fehler. Seine Kapitalismuskritik zielt weniger auf Argumente, warum dieses Ausbeutungssystem abgeschafft gehört, sondern vornehmlich auf Erläuterungen, die die Haltbarkeit der kapitalistischen Verhältnisse trotz ihres „destruktiven Potenzials“ betreffen. Seine Antwort: Alle – Kapitalisten wie Lohnarbeiter, Ausbeuter wie Ausgebeutete – sind befangen im „System“ und halten es so in Gang. Ein seltsames Resultat einer Kapitalismuskritik und Anlass für den GegenStandpunkt sich mit Heinrichs ‚Kapital‘-Kommentar auseinanderzusetzen und seinerseits Marx’ Argumente gegen Kapital, abstrakte Arbeit, Fetischcharakter der Geldverhältnisse und Staat zu erläutern.“

  2. 2 maxhoelz 30. Juni 2008 um 0:04 Uhr

    Alles klar, das einzige was Zählt ist der „Gegenstandpunkt“ und dass seit über 30 Jahren, nur hiess es damals noch „Marxistische Gruppe“. Alle sehen alles falsch, nur wir sind die einzigen die es richtig sehen… Gähn

  3. 3 rabe 07. Juli 2008 um 11:50 Uhr

    sehr gutes seminar und lecker essen. dazwischen etwas mathematik, so passt es.

  4. 4 kwah 21. Dezember 2008 um 13:32 Uhr

    @ maxhoelz
    SEHR guter kommentar, sehr hilfreich, da besonders inhaltlich und präzise. wie wär’s, wenn du AN DER SACHE, sprich, an irgendeinem thema bzw. an irgendeinem ARGUMENT kritik übst – begründete (es scheint, als müsse man das (ein
    (gegen-)argumet) immer wieder einfordern, echt traurig) .

  1. 1 ascetonym Trackback am 26. Oktober 2009 um 11:46 Uhr
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