4. Antifaschistischer Ratschlag im AJZ Chemnitz am Sonntag 30. Mai

Colditz, 23. Februar: 100 vermummte Neonazis, etliche stürmen ein Elektrogeschäft, richten über 10.000 Euro Sachschaden an. Der braune Spuk ist verschwunden, bevor Polizei eintrifft. Man habe die Nazis zuvor politisch nicht zuordnen können, so die anschließende Entschuldigung. Hinterher wurde mitgeteilt, dass Mitglieder des verbotenen „Sturm 34“ beteiligt gewesen seien. Es handelte sich um einen Racheakt an dem Besitzer jener Halle, die mehrfach für alternative Konzerte vermietet worden war. Bereits das erste war massiv mit Steinwürfen angegriffen worden. Zum letzten Konzert meldete die Polizei vor Ort das Gegenteil des Geschehens. Ein rechtes Konzert habe stattgefunden, das Linke überfallen wollten. Drei Besucher mussten nach Naziangriffen im Krankenhaus behandelt werden. Der Bürgermeister hat jetzt die Nutzung der Halle für Konzerte aus baurechtlichen Gründen untersagt.
Colditz, 16. Februar: fünf junge Leute bemerken, dass ihr PKW verfolgt wird. Wenig später kommen ihnen drei weitere Fahrzeuge entgegen. Ihr Kleinwagen wird von Neonazis mit Eisenstangen und Baseballschlägern demoliert, Schlimmeres kann die alarmierte Polizei verhindern. Die lapidare Meldung im Polizei-Pressebericht: bei Colditz sei ein PKW von Unbekannten demoliert worden.
Die Mitglieder von „Sturm 34“ sind weiterhin aktiv. Die Serie von Pleiten, Pech und Pannen in den Verfahren gegen die Mitglieder reißt nicht ab. Noch immer sind die Jugendlichen in Mittweida ohne alternatives Jugendzentrum. Wie in Colditz. Wie in Mügeln, wo Bürgermeister Deuse den einzigen Club dieser Art in der Stadt schließen ließ.
Die Vernetzungsbemühungen der Neonazis haben in Sachsen 2007 eine neue Qualität erreicht. Sie gehen konspirativ und öffentlichkeitswirksam vor. Wir wollen und dürfen nicht vergessen: auch eine neue Qualität an Gewalt und Brutalität ist im Spiel. Es sind diese sächsischen Zustände, gegen die wir aktiv werden wollen. Gegen den Naziterror, der beabsichtigt ganze Regionen von politischen Gegnern und Nicht- Deutschen zu „säubern“. Aber auch gegen die Nazis in den Parlamenten, die sie 2008 auf Kreisebene flächendeckend erobern wollen. Gegen die Rassisten mit Baseball-Schlägern und gegen die Rassisten mit Schlips und im Zweireiher.
Wir wollen gemeinsam beratschlagen, wie wir diese sächsischen Zuständern ändern können, wie wir uns noch besser vernetzen. Für ein Sachsen ohne Nazis und Rassisten.

WORKSHOPS, ABLAUFPLAN, ORGA: http://ratschlag3.ra.funpic.de


1 Antwort auf “4. Antifaschistischer Ratschlag im AJZ Chemnitz am Sonntag 30. Mai”


  1. 1 Spiel-dich-schön » Re: Eine Antwort - Das Spiel ist aus Pingback am 15. Juni 2008 um 2:05 Uhr
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